Die Sage der Burg Falkensteiner Höllenhunde
Der Höllenhund von Falkenstein
Nächtens, wenn die Zecher von den Stammtischen in Falkensteig nach Hause wankten, wurden sie auf dem Jägerpfad von einer dunklen Gestalt überrascht. Sie sah aus wie
ein riesengroßer Hund ganz in schwarz. Er erschreckte die Zecher, führte sie aber dann sicher nach Hause zu ihren Frauen. Aus dieser Sage entstand das Häs und die Maske der "Burg Falkensteiner
Höllenhunde e,V," in Falkensteig. In Anlehnung an die Vereinsgechichte wurde der Zusatz "Burg Falkensteiner" in den Vereinsnamen aufgenommen. Seit dem Gründungsjahr 1979 ist die Zunft
selbständig. Bis 1979 war man ein Narrennest der "Höllenzunft Kichzarten".
Die Sage vom Ritter Kuno von Falkenstein
Auf einer Burg im Dreisamtal hatte der Ritter Kuno von Falkenstein seinen Sitz. Zu seinen Besitzungen gehörte seit dem Jahre 1320 die Gemarkung Kirchzarten. Lange
Zeit blieb die Ehe des Ritters mit seiner Gemahlin Ida kinderlos. Darob trauerten beide der Maßen, daß der Ritter eines Tages beschloß, um den Segen des Himmels herbeizurufen, eine Fahrt zum
heiligen Grabe anzutreten. Beim Abschied von seiner Gemahlin brach er seinen Ehering in zwei Teile, übergab ihr die eine Hälfte und sagte ihr, wenn er nach sieben Jahren noch nicht zurückgekehrt
sei, solle sie annehmen, daß er den Tod gefunden habe. So ließ Frau Ida ihn mit Schmerzen ziehen. In heidnischen Landen geriet der Ritter zusammen mit anderen Wallfahrern in heftige Kämpfe mit
den Sarazenen. Bei einem feindlichen Überfall unterlag er der Übermacht. So geriet er in die Gefangenschaft des Sultans. Dieser wollte dem schmucken Ritter seine Tochter zur Frau geben. Zur
Strafe für seine Weigerung mußte der Ritter viele Jahre lang harte Sklavenarbeit verrichten. Als die sieben Jahre schon fast verstrichen waren, gelang es dem Ritter endlich, aus der qualvollen
Lage zu entfliehen. Doch wohin er sich auch wendete, stehst geriet er auf Irrwege und stieß auf hohe Mauern. Ein inbrünstiges Gebet lenkte seine Schritte endlich auf den rechten Weg. Endlos
breitete sich die Wüste vor ihm aus. Nach langer Wanderung versagtem ihm die Kräfte. erschöpft sank er in einen tiefen Schlaf. Im Traum sah er ein Gesicht: Der Teufel stand vor ihm und zeigte ihm
seine heimatliche Burg. Er sah dort mit Schrecken, wie seine Gemahlin von einem bösen Nachbarn hart bedrängt wurde, ihn zu ehelichen. Als er erwachte stand der Böse vor ihm sagte, daß der Traum
die Wahrheit gezeigt habe. In der Verzweiflung bat der Ritter den Teufel, ihn auf der Stelle in seine Heimat zu schaffen, er wolle es ihm reichlich lohnen. Der Teufel sprach: Wohl weiß ich ein
Mittel, Herr Ritter, ich lasse euch auf dem Rücken des Löwen auf kürzestem Wege durch die Luft nach Hause fliegen, eine Belohnung will ich nicht. Solltet ihr jedoch während des Rittes nur einen
Augenblick einschlafen, so ist eure Seele mein. Dem Ritter düngte es nicht schwer, die Bedingung zu erfüllen und ohne Bedenken schlug er ein. Da stand auch schon der Löwe. Der Ritter schwang sich
auf den Rücken und wie mit Windeseile ging die Fahrt über Land und Meer. Aber der Weg war weit, die Wüstenwanderung hatte Ritter Kuno ermüdet. In höchster Not erflehte er Beistand vom Himmel. Da
stieß aus den Wolken ein Falke herab, setzte sich auf seine Schultern, umfächelte sein Haupt und pickte ihn gar mit dem Schnabel, wenn der Schlaf den Ritter übermannen wollte. So gelangte der
Ritter Kuno mit Hilfe des Falken, vom Löwen getragen, wohlbehalten und wach in seine Heimat. In Kirchzarten, vor der Schenke "Zum Rindsfuß", setzte der Löwe den Ritter ab. Der Teufel war schon
zur Stelle. Als er sich um seine Beute gebracht sah, ergriff er wütend einen großen Felsstein und schleuderte ihn gegen den Ritter. Dieser wich zur Seite und der Stein traf mit Donnergetöse die
Mauer der Schenke. Noch heutigem Tages ist der Stein dort zu sehen. Der Ritter Kuno kam rechtzeitig in seine Burg , um seiner Gemahlin beizustehen und den bösen Nachbarn zu bestrafen. Der Himmel
schenkte dem wiedervereinten glücklichen Paar reichen Kindersegen und ein langes Leben.
Das in Stein gehauene Standbild der Ritters Kuno von Falkenstein im Kirchenschiff der Kirche von Kirchzarten vom Jahr 1343 zeigt auf dem Wappenschild des Ritters
den Falken und den Löwen unter seine Füßen.
Aufgrund dieser Gegebenheiten wurde anno 1965 das Narrennest der "Burgknechte" gegründet. Im Laufe der Jahre entstanden daraus die "Burg Falkensteiner". Anno 1979
entschloß man sich, ein ganz neues Häs zu entwerfen, zu dem man eine Maske tragen kann. Man besann sich auf die oben geschriebene Sage vom Höllenhund.